Influencer, Marketing mit persönlichen Werbeträgern

20. Mai 2019

© Foto: Florian Wieser

Influencer, Marketing mit persönlichen Werbeträgern

20. Mai 2019

Influencer-Marketing ist in Österreich angekommen und wird nach Meinung von Experten weiter wachsen.

Nicht nur große Konzerne können von dem neuen Trend profitieren, auch Klein- und Mittelbetriebe und EPUs können über soziale Medien ihre Kunden erreichen – wenn sie technisches Know-how haben und die Mechanismen des Influencer-Marketings verstehen.

Sie spielen live Videogames auf Twitch oder lesen dort Märchen vor, stellen professionell gefertigte Videos auf Youtube, präsentieren  sich mit Bildern und Texten auf Kanälen wie Facebook und Instagram oder senden Kurznachrichten auf Twitter. Und sie verdienen damit Geld. Die Rede ist von Influencern, einer neuen Berufsgruppe, die auch in Österreich immer mehr Beachtung findet. „Wer Jugendliche in seinem Umfeld hat, weiß,  dass Influencer schon heute einen erheblichen Impact haben. Und der wird noch größer werden, weil sich die Zielgruppen von Influencern erweitern”, sagt Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Wien.

„Durch Influencer-Marketing ergeben sich viele neue Chancen für Unternehmen.”

Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information & Consulting der WK Wien

Wichtig ist der gute Fit von Influencer und Kunden

Bei erfolgreichen Influencer-Marketingkampagnen komme es auf einen guten Fit von  Marke bzw. Produkt des Kunden und dem Influencer an, betont Sandra Thier der Agentur Diego5 Stdios. Passe dieser, habe Influencer-Marketing viele Vorteile gegenüber z.B. klassischer Printwerbung. „Influencer-Marketing ist nachhaltig. Influencer sind auf vielen Plattformen gleichzeitig aktiv, es gibt keine zeitlichen oder territoralen Eingrenzungen. Eine Zeitung oder Zeitschrift wirft man weg, wenn man sie gelesen hat. Einmal online gestellte Videos sind immer verfügbar und können auch nach Jahren noch viral gehen”, sagt Thier. Das Internet erlaube zudem den direkten Austausch des Influencers mit seinen Followern – von der Pre-Produktion bis nach der Ausstrahlung. „Als Kunde zahlt man für die Contentproduktion, die Reichweite und die Chance auf weiteren Nutzen, der später noch dazukommt”, erklärt Thier. Influencer-Marketing sei daher besonders gut für die Schaffung von Marken-Awareness und Themensetting geeignet. Unternehmen können Influencer für eine einmalige Kooperation buchen, „für einen Post, eine Story, ein Video – ich empfehle aber langfristige Kooperationen”, sagt Thier. Denn damit binde man Influencer auch an das Unternehmen und verhindere, „dass der Influncer übermorgen beim Mitbewerb ist.” Influencer-Marketing sei aber nicht nur etwas für große Konzerne. „Unternehmen können auch selbst coolen Content produzieren”, so Thier. Und zwar unabhängig von ihrer Größe. Es müsse auch nicht immer der Chef in der Auslage stehen,

„man kann auch Mitarbeiter einsetzen, denen das vielleicht mehr Spaß macht und die bereits das technische Know-how haben.”

Denn auch wenn Unternehmen selbst Influencer-Marketing machen, zählen Authenzität und Spaß an dieser Arbeit ebenso wie die Professionalität der Beiträge.  Zudem arbeiten viele Influencer auch gerne mit jungen oder kleinen Unternehmen, wenn sie Produkt oder Marke toll finden, sagt Stejskal. „Es ist eine Authentizitätsfrage, es muss passen.” Sie lehne daher auch viele Anfragen ab, wenn der Fit nicht stimme.

Quelle: Wiener Wirtschaft

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