„Der Konsument hat es selber in der Hand“

13. September 2019

© Foto: Foto Weinwurm

© Foto: Foto Weinwurm

„Der Konsument hat es selber in der Hand“

13. September 2019

Papierhandel. Die Branche hat schwer mit der Konkurrenz durch branchenfremde Diskonter und Supermärkte zu kämpfen. Die Kunden könnten durch bewusstes Einkaufen den Fachhandel und damit die Nahversorgung stärken, sagt Branchenobmann Erwin Bugkel.

Erwin Bugkel ist nachdenklich. Der Branchenobmann der Wiener Papier- und Spielwarenhändler blättert im Flyer einer bekannten Diskonterkette. Im Angebot: Hefte, Stifte, Schulsachen. „Alles zu Billigpreisen”, sagt Bugkel. Natürlich sei der Schulstart für seine Branche nach wie vor wichtig, „der Auftakt zur stärksten Saison, die dann bis Dezember geht”, sagt Bugkel. Seit Jahren werde aber die Konkurrenz durch Branchenfremde immer stärker, die gerade zu dieser Zeit Schul- und Papierwaren zu Schleuderpreisen anbieten. Dass die Sachen durchgehend aus Fernost kommen und mit Qualitätsprodukten nichts zu tun haben, komme beim Konsumenten schon nicht mehr an, beklagt er. Große Supermärkte bieten gleich das ganze Jahr über ein breites Sortiment an Papier- und Schreibwaren an – auch Markenware, wie sie der Fachhandel vorwiegend führt.

Weniger Konkurrenz sieht Bugkel dagegen im Onlinehandel. Vielleicht noch bei höherpreisigen Schreibwaren oder Schultaschen. „Bei Heften, Stiften oder Radiergummis ist das aber kaum ein Thema”, sagt er. Für den Fachhandel werde es dennoch von Jahr zu Jahr schwieriger zu bestehen. Auch das heurige Jahr ist laut Bugkel in der Branche umsatzmäßig bisher nicht besonders rosig gelaufen.

Mit Sortiment und Service punkten

Die einzige Chance der Betriebe sei es, sich von der branchenfremden Konkurrenz abzuheben. „Man muss etwas anderes bieten”, sagt der Branchenobmann. Zum Schulstart etwa Spezialprodukte für Linkshänder, fundierte Beratung und Auswahl zum Thema Schultaschen oder ein Schulbuch-Einpack-Service. Längerfristig könnten seine Branche und der Fachhandel generell nur überleben, wenn man bei den Konsumenten ansetzt, ist er überzeugt. Nur wer regelmäßig im Grätzel einkauft, stärkt und sichert den Fachhandel und damit die Nahversorgung, das müsse die Botschaft sein. „Man muss klarmachen: Der Konsument hat es in der Hand”, unterstreicht Bugkel.

Quelle: Wiener Wirtschaft

Zurück zur Übersicht

Jetzt neue Kontakte knüpfen!

Erweitern Sie jetzt Ihr Wirtschafts­netzwerk in Wien.

mehr erfahren

Ähnliche Beiträge

Junge Wirtschaft Wien: Tausend neue Mitglieder

Junge Wirtschaft Wien: Tausend neue Mitglieder

Die Junge Wirtschaft Wien feiert einen beeindruckenden Zuwachs: Seit Jänner 2023 sind dem Netzwerk 1.000 neue Mitglieder beigetreten. Mit Jänner 2023 trat das neue Vorstandsteam der Jungen Wirtschaft Wien (JWW), angeführt vom Vorsitzenden Clemens Schmidgruber, seine...

mehr lesen
Batterien mit Zukunft

Batterien mit Zukunft

Earth Day am 22. April – Wien als Hotspot der Batterieforschung – Ogulin: „410.000 Lithium-Ionen-Batterien in Wien nicht fachgerecht entsorgt“ Der Earth Day am 22. April steht unter dem Schwerpunkt Recycling. Wiens Entsorgungsbetriebe sind da an vorderster Stelle,...

mehr lesen
So wird E-Mobilität heuer gefördert

So wird E-Mobilität heuer gefördert

Das Förderprogramm zum Ausbau der Elektromobilität wurde verlängert. Auch Betriebe können wieder davon profitieren. Knapp 115 Milliarden Euro hat der Bund heuer für die Weiterführung des Förderprogramms zum Ausbau der E-Mobilität bereitgestellt. Förderanträge sind...

mehr lesen