„Wien, schau auf deine Wirte!“

9. Mai 2016

© Foto: Florian Wieser

„Wien, schau auf deine Wirte!“

9. Mai 2016

Wiener Gastronomen und Kaffeehausbetreiber haben über Schanigartenregelung abgestimmt: Große Mehrheit für ganzjährige Öffnung – Auch 59 Prozent der Wiener Bevölkerung ist für Winterschanigärten

„Wir fordern endlich Freiheit für Wiens Schanigärten“, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien bei der Präsentation der Ergebnisse der Schanigartenbefragung unter Wiens Gastronomen und Cafétiers. Denn das Votum ist eindeutig: Die absolute Mehrheit – sechs von zehn – will ihre Gäste ganzjährig im Freien bewirten: Knapp die Hälfte der Betroffenen will einen ganzjährigen Schanigarten, jeder sechste Wirt Tische und Sessel flexibel nach Wetterlage aufstellen. Unterstützung bekommen die Unternehmer von den Wiennerinnen und Wienern selbst. Laut einer Befragung von Makam Market Research sprechen sich 59 Prozent dafür aus, dass Schanigärten in den Wintermonaten genauso wie im Sommer betrieben werden dürfen.

Die Wirtschaftskammer Wien wird mit diesem Ergebnis in die Verhandlungen mit der Stadt Wien gehen, die Bereitschaft für eine neue Regelung signalisiert hat. „Von Oslo und Helsinki bis Rom und Athen, von Lissabon über Madrid, Paris, London, Berlin bis Prag und Budapest – überall in Europa darf man im Winter im Schanigarten sitzen. Warum ist das in Wien nicht möglich?“, fragt Ruck. Im Übrigen gibt es auch hierzulande etwa in Graz, Linz, Wels, Salzburg und natürlich den touristischen Wintersportorten ganzjährige Schanigärten.

Für die Wiener Gastronomen wäre die ganzjährige Schanigartenöffnung endlich wieder ein positives Signal nach der Belastungslawine rund um Rauchverbot, Allergenverordnung und Registrierkassenpflicht. Der wirtschaftliche Druck in der Branche ist jedenfalls sehr groß, deshalb hofft Ruck auf ein rasches Verhandlungsergebnis mit der Stadt: „Wien darf nicht auf seine Wirte vergessen! Passiert nichts, werden mehr und mehr Lokale zusperren und Arbeitsplätze verloren gehen. Wien würde nicht nur an gastronomischer Vielfalt und Tradition, sondern auch an internationaler Attraktivität verlieren.“

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