„Tierverkaufsverbot für Fachhändler ist Nonsens“

28. September 2018

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„Tierverkaufsverbot für Fachhändler ist Nonsens“

28. September 2018

Zoofachhandel. Der Verkauf von Haustieren im reglementierten Fachbetrieb hilft, den illegalen Handel zu verringern, sagt Branchensprecher Kurt Essmann.

„95 Prozent des Handels mit Hunden und Katzen gehen am Zoofachhandel vorbei.” Kurt Essmann, Branchensprecher der heimischen Zoofachhändler, hält ein Verkaufsverbot dieser Tiere über Fachhändler, wie es Tierschutzinitiativen fordern, für kontraproduktiv. Es würde nur den illegalen Handel weiter anfachen. „Wir halten uns an strenge gesetzliche Tierschutz-Bestimmungen. Jedes im Zoofachhandel gekaufte Tier verringert den Schwarzmarkt.”

Bereits 2005 wurde ein Verkaufsverbot für Hunde und Katzen im Zoofachhandel eingeführt, 2008 aber wieder gekippt – eben weil alle anderen Handelswege kaum zu kontrollieren seien, so Essmann. Die privaten Händler im In- und Ausland würden kaum behördlichen Kontrollen unterliegen. Er fordert strenge Deklarationspflichten in Onlineinseraten und auch mehr Auflagen für Züchter.

„Nur wer als Zoofachhändler gemeldet ist und bereit ist, sich an die geltenden Tierschutzgesetze zu halten, soll mit Heimtieren handeln dürfen.”

Kurt Essmann

Zusatzservices werden wichtiger

In Wien bieten 215 Betriebe Futtermittel, Tierzubehör und Haustiere an. Laut aktuellem Wiener Branchenreport, für den 105 Zoofachhändler befragt wurden, verkauft knapp jeder dritte Betrieb auch oder nur Tiere. Die meisten führen Süßwasserfische (63 Prozent), vor Nagern und Kleinsäugetieren, Reptilien und Vögeln. Hunde und Katzen verkaufen nur sieben Prozent der Tierfachhändler. Für alle gelten strenge Vorschriften.

In den letzten Jahren ist die Zahl der tierführenden Betriebe gesunken, dafür steigt laut Essmann die Qualität. Generell sei das wirtschaftliche Umfeld für die Branche gut. Laut Statistik Austria leben in mehr als 1,4 Millionen österreichischer Haushalte Haustiere, wobei die Ansprüche der Besitzer für die Versorgung ihrer Lieblinge steigen. Für die Betriebe heißt die Herausforderung, darauf zu reagieren, sagt Essmann – etwa mit zusätzlichen Services. Bereits jeder zweite kooperiert laut Branchenreport mit Tierärzten und Tierpensionen oder bietet Hauszustellung, Vorträge oder Tiertraining an. Gegen die online wie offline wachsende Konkurrenz setzt die Branche auf stärkere Kundenbindung. 

Quelle: Wiener Wirtschaft

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