Ringsperren kosten die Wirtschaft 35 Mio. Euro und 120 Arbeitsplätze

4. Juli 2017

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Ringsperren kosten die Wirtschaft 35 Mio. Euro und 120 Arbeitsplätze

4. Juli 2017

Studie der KMU-Forschung hat erstmals Zahlen zu Ringsperren erhoben: 2016 war der Ring jeden 3. Samstag gesperrt

„Jetzt haben wir es Schwarz auf Weiß: die Ringsperren fügen den Handelsbetrieben in der Innenstadt massiven Schaden zu. 2016 gab es dadurch einen Umsatzverlust von 35 Millionen und es wurden 120 Arbeitsplätze verhindert“, Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel.

Bis zu 80 Prozent Umsatzrückgang

Laut einer Studie der KMU-Forschung Austria, die von der Sparte Handel in Auftrag gegeben wurde, war der Ring 2016 für Veranstaltungen und Demonstrationen an 37 Einkaufstagen zumindest partiell und für einige Stunden gesperrt. Davon entfallen 19 Ringsperren auf einen Samstag. „Damit war im letzten Jahr der Ring jeden 3. Samstag gesperrt“, sagt Peter Voithofer, Direktor der KMU-Forschung Austria, der die Studie präsentierte. 64 Prozent der Einzelhandelsgeschäfte verzeichneten Umsatzrückgänge durch Ringsperren in Höhe von 5 Prozent in Einzelfällen bis 80 Prozent zu vergleichbaren Verkaufstagen. Die Tagesumsätze sanken bei Ringsperren im Durchschnitt aller Einzelhandelsgeschäfte um 18 Prozent. In Summe haben die Ringsperren 2016 zu einem Umsatzverlust in Höhe von 35 Mio. EUR geführt. Besonders betroffen waren die Standorte Goldenes U, Kärntnerviertel, Seitengassen Graben und Opernviertel.

„Jede Ringsperre – verstärkt durch die breite mediale Ankündigung – schadet dem Handel in der City, Lage und Erreichbarkeit für Kunden und Lieferanten sind schließlich essentielle Faktoren für den stationären Handel“, so Marie Béatrice Fröhlich, Einkaufsstraßenverein „Graben“.

Ringsperren gefährden Arbeitsplätze

Die Einzelhändler hatten durch den massiven Rückgang der Kundenfrequenz oft lange Stehzeiten und reagierten darauf mit Rücknahme des Personals und mit einem früheren Zusperren der Geschäfte. Die Untersuchung zeigen, dass ohne Ringsperren der Jahresumsatz im stationären Einzelhandel um 2,6 Prozent höher ausgefallen wäre. Durch höhere Umsätze könnten 120 Mitarbeiter in den Geschäften im 1. Bezirk mehr beschäftigt werden. „Resümierend ist festzuhalten, dass die Analysen die direkten Umsatzauswirkungen von Ringsperren auf den stationären Einzelhandel im 1. Wiener Bezirk mit Daten & Fakten bestätigen“, so Voithofer abschließend.

„Es ist weder für die Bewohner, die Wirtschaftstreibenden, noch die Konsumenten in der Innenstadt verständlich, warum jede Meinungskundgebung immer im Shopping-Herzen unserer Stadt stattfinden muss. Maximales Verkehrschaos darf nicht der Hauptgrund bei der Standortwahl einer Demonstration sein“, betont Hermann Gmeiner-Wagner, Obmann des Einkaufsstraßenvereins Kärntnerstraße. 

Freiwillige Demozonen müssen her

„So kann es nicht weitergehen! Mit den Ringsperren werden den Geschäftsleuten wichtige umsatzstarke Tage der Woche entzogen“, gibt Rainer Trefelik zu bedenken. „Wir sind für die Freiheit der Meinungsäußerung aber auch für die Erwerbsfreiheit. Hier müssen wir zu einer gemeinsamen Lösung kommen. Daher schlagen wir die Einrichtung von freiwilligen, definierten, fixen Demozonen, wie zum Beispiel beim Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz. Dort würden die Demonstranten ebenso die volle mediale Aufmerksamkeit erhalten. Gleichzeitig würde es keine Behinderung der Wirtschaft geben, könnte der aufwändige Polizeieinsatz minimiert werden und käme es nur zu geringen Verkehrsbehinderungen“, meint Trefelik abschließend.

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