Nicht über Taxi-Unternehmer drUberfahren

5. April 2016

© Foto Florian Wieser

Nicht über Taxi-Unternehmer drUberfahren

5. April 2016

Spartenobmann Davor Sertic fordert faire Konkurrenz! Auflagen, Gesetze und Vorschriften müssen für alle gelten – Er wird das Thema mit der Stadt verhandeln.

Der wirtschaftliche Druck auf die Wiener Taxibranche wächst. Nicht zuletzt durch den Fahrtendienst Uber, der die für Taxidienste geltenden Vorschriften umgeht. „Die unterschiedlichen Positionen zwischen den Taxiunternehmen und Uber zeigen, dass es höchst an der Zeit ist, Chancengleichheit für alle zu schaffen. Es müssen endlich für Uber die gleichen Vorschriften und Gesetze gelten wie für Taxiunternehmer. Denn es ist nicht vertretbar, dass Taxilenker mit Vorgaben wie mehrjährige Erfahrung, einheitliche Tarife, Registrierkassen und Rauchverbot belastet werden, während für Uber-Fahrer diese Auflagen nicht gelten“, so Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Wien. Gleichzeitig stellt Sertic klar, dass die Wirtschaftskammer jede Innovation und neue Geschäftsidee unterstützt und die großen Möglichkeiten durch die rasante Entwicklung der modernen Kommunikationsmittel begrüßt. Aber: „Für die Unternehmer sind faire Bedingungen, Rechtssicherheit und ein unverfälschter Wettbewerb essentiell. Wer in der gleichen Branche aktiv ist, für den müssen auch die gleichen Vorschriften gelten.“

Spartenobmann verhandelt mit Politik

Sertic wird daher nun selber zunächst in Verhandlungen mit der Stadt einsteigen. Sein Ziel ist, dass Stadt und Wirtschaftskammer ein geeignetes Regelwerk ausarbeiten, das sowohl neue Geschäftsideen fördert und gleichzeitig einen fairen Wettbewerb sichert. „Es braucht moderne Spielregeln, die sowohl dem Schutz der Konsumenten dienen als auch einen ausgewogenen Markt garantieren, müssen von allen eingehalten werden“ so Davor Sertic, der die Gespräche mit der Stadt als ersten Schritt sieht: „Die Problemlage existiert derzeit in vielen Ländern, daher ist auf weite Sicht auch eine Lösung auf EU-Ebene anzustreben.“

Taxis und Uber im Fakten-Check

  • Der Taxilenker muss vertrauenswürdig sein (die Vertrauenswürdigkeit muss zumindest in den letzten fünf Jahren vor der Ausstellung des Ausweises nachweislich gegeben sein, ua. darf er daher nicht vorbestraft sein) und muss das 20. Lebensjahr vollendet haben.
  • Der Taxilenkerausweis kann bei schweren Delikten ( im Straßenverkehr) bzw. Vorstrafe entzogen werden. Bei UBER Fahrern nicht.
  • Bei UBER darf sogar ein Führerscheinneuling mit Probeführerschein fahren.
  • Taxifahrer müssen sich im Ortsgebiet auskennen und legen eine Prüfung ab. Diese Qualitätssicherung gibt es bei Uber nicht. Der Uber-Lenker folgt lediglich der von der App berechneten Route. Diese kann sich im Falle von Staus oder Baustellen für Kunden nachteilig auswirken.
  • Bei Unfällen im Taxi haftet das Taxiunternehmen beziehungsweise dessen Haftpflichtversicherung.
  • Uber kann vom Kunden heikle Daten abrufen (Kreditkartennummer, Aufenthaltsort). Taxifahrer tun das nicht.
  • Uber-Wagen müssen nach den gewerberechtlichen Vorschriften immer zum Standplatz zurückkehren. Aber es wurden viele Fälle gemeldet, in denen sich Uber-Fahrer nicht daran gehalten haben.


Abschließend fordert Sertic eine einheitliche Regelung für die Nutzung der Registrierkasse. Während normalerweise Registrierkassen verpflichtend sind, sind über die Uber-App gebuchte Fahrten von der Registrierkassenpflicht befreit.

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