Die „full service“-Spezialisten

29. Oktober 2018

© Foto: Foto Weinwurm

Die „full service“-Spezialisten

29. Oktober 2018

Buchhalter. Das Rechnungswesen dem Buchhalter zu überlassen, lohnt sich für jeden Betrieb, sagt Berufsgruppenvorsitzender Thomas Wurst. Er fordert aber mehr Berufsbefugnisse für die Branche.

Warum jeder Unternehmer – vom Ein-Mann-Betrieb bis zum Großkonzern – einen Buchhalter an seiner Seite haben sollte, ist laut Thomas Wurst, Berufsgruppenvorsitzender der Wiener Buchhalter, leicht erklärt. „Unternehmer können und müssen nicht alles wissen. Gerade im Rechnungswesen gibt es eine Flut von Gesetzen und Vorschriften, und es ist extreme Genauigkeit gefordert. Dieses Feld einem Experten zu überlassen, spart Zeit und Ressourcen”, sagt er. Etwa 900 selbstständige Bilanzbuchhalter, Buchhalter und Personalverrechner gibt es in Wien – viele Ein-Personen-Betriebe, viele über 50-Jährige, mehr Frauen als Männer. Ihre Kunden sind hauptsächlich kleine und mittlere Betriebe.

Denn Großkonzerne beschäftigen,  so Wurst, in aller Regel in der Riege ihrer Mitarbeiter auch eigene Buchhalter. Kleinbetriebe würden dagegen oft auf den Do-it-yourself-Ansatz setzen – „weil sie fälschlicherweise glauben, damit zu sparen.” Gerade ihnen fehle aber oft das Know-how, um aus dem Zahlenkonvolut der Buchhaltung auch die richtigen Schlüsse zu ziehen – etwa eine Kalkulation zu erstellen, die auf den tatsächlichen betrieblichen Kosten beruht. Die Kostenrechnung sieht der Berufsgruppenvorsitzende generell als Zukunftsbereich für seine Branche, weil ihr als Planungs- und Steuerungsinstrument große Bedeutung zukommt. 

Als „full service”-Spezialisten stehen Buchhalter ihren Kunden auch beratend zur Seite, und zwar in allen Bereichen des Rechnungswesens. Dieses Leistungsspektrum bekannter zu machen und sie als Experten für das gesamte Rechnungswesen zu positionieren, ist Wursts Anliegen, das er auch im bundesweiten Arbeitskreis der Buchhalter für PR und Marketing vertritt. Leicht sei diese Imagearbeit jedoch nicht. Denn das Thema Steuern ist sperrig und löst meist unangenehme Assoziationen aus. Der Buchhalter als kompetenter Partner der Betriebe könne aber viel davon abfangen, „und das gilt es zu transportieren”, betont er. 

Buchhalter sollen mehr dürfen

Das die Branche seitlangem fordert, ist die  Ausweitung ihrer Berufsbefugnisse. Derzeit leisten Buchhalter oft alle Vorarbeiten für Steuererklärungen, dürfen diese aber nicht bei der Behörde einreichen – eine eklatante Benachteiligung gegenüber den Steuerberatern und eine sinnlose Hürde auch für die Kunden, betont Wurst. „Hier muss es eine praxisorientierte Lösung geben.” 

Quelle: Wiener Wirtschaft

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